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Chelsea Manning in Freiheit

Es ist ein kleiner Sieg für die Informationsfreiheit: Heute wird Whistleblower Chelsea Manning aus dem Gefängnis entlassen. Manning, die wegen Landesverrates ursprünglich zu 35 Jahren Haft verurteilt worden war, wurde nur wenige Tage bevor Obama das Oval Office verließ begnadet.
Die Entscheidung kam überraschen, nachdem die Regierung Obamas das Urteil über Jahre hinweg verteidigt hatte, selbst als Details über Mannings Gesundheitszustand in Einzelhaft bekannt geworden waren. Nach Angaben von Vertrauten hatte sie im November des vergangenen Jahres zum zweiten Mal versucht, sich das Leben zu nehmen. „Sie war mehrfach für den Versuch, zu überleben, bestraft worden und wird nun mehrfach für den Versuch, zu sterben, bestraft“, äußerte sich ihr Anwalt.
Manning war dafür verurteilt worden, militärische und diplomatische Geheimdokumente, viele von ihnen mit Bezug auf den Irakkrieg, an WikiLeaks weitergegeben zu haben. Unter den Informationen, die durch Mannings Vorgehen bekannt wurden, waren auch Videos, die die Tötung von Zivilisten durch Luftschläge gezeigt und internationale Entrüstung ausgelöst hatten.
Die Regierung Obama hatte sich nicht zu Mannings früher Entlassung geäußert, und es bleibt unklar, ob sie im Zusammenhang mit dem Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr steht. Denn während Präsident Obama bereits häufig für sein radikales Vorgehen gegen Whistleblower kritisiert worden war, steht zu erwarten, dass sein Nachfolger noch weniger Sympathien für sie hegen wird.